Aktuelles
 10 November 2016

Ordensansiedelung im Kloster Neuzelle

Presseinformation des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur vom 10. November 2016:

Kulturministerin Martina Münch begrüßt die heutige Entscheidung des österreichischen Zisterzienser-Stifts Heiligenkreuz zur geplanten Wiederansiedlung von Mönchen auf der Klosteranlage der Stiftung Stift Neuzelle als kulturelle Bereicherung und Stärkung des Kulturtourismus. „Die Zisterzienser hatten große Verdienste bei der Kultivierung des Landes. Mit dem geplanten Wiedereinzug der Mönche kann an eine jahrhundertealte Stiftstradition angeknüpft werden. Bereits heute gibt es vielfältige Aktivitäten der vor Ort ansässigen Akteure, insbesondere durch die Schule in freier Trägerschaft, die beiden Kirchengemeinden und nicht zuletzt die Landesstiftung selbst. Letztere setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1996 mit hohem Engagement für die Wiederherstellung der historischen Klosteranlage ein. Die Ordensansiedlung kann – gerade vor dem Hintergrund des 750-jährigen Gründungsjubiläums im Jahr 2018 in Ergänzung der vorhandenen, erfolgreichen Nutzungen – zur weiteren, nachhaltigen Belebung des Klosterstandortes beitragen und weitere Besucherinnen und Besucher anziehen. Dazu werden wir zeitnah mit der Stiftung, dem Bistum und den Mönchen Gespräche führen. Dabei wird es sowohl um die konkreten Vorstellungen der Kirche hinsichtlich der geplanten Ressourcen für die Ansiedlung gehen als auch um den Abgleich mit den vielfältigen Interessen der vorhandenen Akteure vor Ort.“

Hintergrund: Die 1268 vom meißischen Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gegründete und im 17. und 18. Jahrhundert umgebaute Klosteranlage in Neuzelle ist das nördlichste Zeugnis des Barocks und eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen in Europa. Im Jahr 1817 wurde das Kloster säkularisiert und der Klosterbesitz in ein preußisch-staatliches Stift Neuzelle überführt, das bis 1955 als Forst- und Domänenverwaltung weiterbestand und danach verstaatlicht wurde. Um das Stift Neuzelle wiederzubeleben, wurde 1996 die Stiftung Stift Neuzelle als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg gegründet. Sie finanziert sich durch die wirtschaftliche Nutzung, Vermietung und Verpachtung ihrer Gebäude sowie der Forst- und Landwirtschaftsflächen im Stiftungsbesitz. Die Stiftung hat die Aufgabe, die ehemalige Klosteranlage wiederherzustellen, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie Wissenschaft, Bildung und Kultur zu fördern. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden deutlich mehr als 50 Millionen Euro an Landes-, Bundes- und EU-Mitteln sowie an privaten Spenden in die Gesamtanlage investiert. Neben den beiden Barockkirchen, dem spätgotischen Kreuzgang, dem wiederhergestellten barocken Klostergarten und dem 2015 eröffnete Museum „Himmlisches Theater – Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab“ locken besondere Kulturangebote wie die Oper Oder-Spree jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Mehrere Gebäude des Klosters werden auch von einer Schule in freier Trägerschaft genutzt. Zugleich ist Neuzelle ein Standort der Ökumene – beide Konfessionen unterhalten Pfarrämter auf dem Klostergelände.

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